Seit ihrer Gründung im Jahr 2023 setzt sich die StraightForward Foundation dafür ein, unzensierte russischsprachige Literatur am Leben zu erhalten, und hilft, sie in andere Sprachen zu übersetzen. Dafür unterstützen wir Autorinnen und Autoren, unterrichten, übersetzen und organisieren Veranstaltungen für alle, die diese Arbeit in Russland nicht mehr sicher leisten können. Mit unserer Unterstützung sind 10 Bücher erschienen.

Untergrundliteratur hat im Widerstand gegen totalitäre Regime schon immer eine große Rolle gespielt – die UdSSR war keine Ausnahme. Man denke an die nachhaltige Wirkung von Solschenizyns „Der Archipel GULAG“ oder Samjatins „Wir“ und daran, wie diese Bücher die Debatte über das Wesen des Regimes noch heute, Jahrzehnte später, prägen. Auch die Russische Föderation ist keine Ausnahme.
Die Zeit von Kohlepapier und Schreibmaschinenabschriften ist vorbei. Mehr noch: In der heutigen vernetzten Welt müssen Informationen in alle Richtungen zugleich fließen – zu den Menschen hinter dem neuen Eisernen Vorhang, zu denen, die emigriert sind, und zu interessierten Menschen im Ausland, die verstehen wollen, was im größten Land der Welt geschieht. Dafür müssen sie glaubwürdig, eindringlich erzählt, überzeugend aufbereitet und im richtigen Moment veröffentlicht werden.
Genau diese Expertise bringt das StraightForward-Team mit – die Menschen hinter einigen der besten russischsprachigen Sachbücher des vergangenen Jahrzehnts.
Bestseller auf Russisch veröffentlicht, 9 weitere in Arbeit
Sprachen, in die StraightForward-Bücher übersetzt wurden
Verlage weltweit, die unsere Mission unterstützen
Leserinnen und Leser im Schnitt pro frei verbreitetem Buch
Menschen erreicht mit unseren Open Calls für neue Bücher zu verbotenen Themen
Veranstaltungen rund um unsere Bücher in 12 Ländern
Bewerbungen in 3 Open Calls
geförderte Fellows

In einem Umfeld, in dem Zensur unbequeme Fakten auslöscht und das öffentliche Narrativ kontrolliert, bewahren Sachbücher Ideen und Belege, die sonst verschwinden würden. StraightForward steht für die Dokumentation der realen Geschichte – im Gegensatz zu den Versuchen des Kremls, sie zu seinen Gunsten umzuschreiben – und stellt offizielle Narrative infrage.
Wir geben gutem Journalismus ein Leben über den Nachrichtenzyklus hinaus. Anders als flüchtige Schlagzeilen überschreiten Bücher Grenzen, erreichen noch Jahre später neue Leserinnen und Leser und bleiben verfügbar und beständig, auch wenn sich die politischen Umstände ändern. Sie sorgen dafür, dass wahrhaftige Berichte die Zensur überdauern und weiterhin die öffentliche Debatte prägen.
StraightForward hilft Menschen, deren Expertise außerhalb des klassischen Verlagswesens entstanden ist, eine Laufbahn als Autorin oder Autor zu beginnen – Journalistinnen, Forschern, Juristinnen, Aktivisten, Künstlerinnen und Fachleuten, die noch nie ein Buch geschrieben haben. Wir bieten Lektorat, finanzielle Unterstützung und ein internationales Verlagsnetzwerk und machen so aus Debütautoren langfristig tätige Sachbuchautoren.
Im Exil und in politischen Krisen entstehen so nicht nur Bücher, sondern auch ein tragfähiger Beruf und eine neue Quelle der Widerstandskraft für Stimmen, die aus Russland vertrieben wurden. Mit unserer Hilfe werden sie zu anerkannten Mitgliedern der internationalen Russland-Expertengemeinschaft – und stärken so internationale Verbindungen.

Im Juni 2026 haben die russischen Behörden StraightForward zur „unerwünschten Organisation“ erklärt. Wir setzen unsere Arbeit ohne Unterbrechung fort. Diese Einstufung schreckt uns nicht ab – sie bestätigt, warum unabhängiges, unzensiertes Publizieren auf Russisch heute wichtiger ist denn je. Wenn Bücher verboten werden, heißt das, dass jemand Angst vor ihnen hat.

Während unabhängiger Journalismus zerschlagen wird und der Zugang zu Informationen aus Russland schrumpft, werden Augenzeugenberichte immer seltener und wertvoller. StraightForward veröffentlicht gründlich recherchierte Sachbücher, die Belege, persönliche Erfahrungen und historisches Gedächtnis bewahren, bevor die Zensur sie auslöschen kann. Diese Bücher werden zu verlässlichen Zeugnissen des heutigen Russlands und machen fundiertes Wissen für Leserinnen und Leser, Forschende und politische Entscheidungsträger zugänglich.
Das ist umso wichtiger, als sich russische staatliche Universitäten dem internationalen akademischen Austausch verschließen – und diese Abschottung wirkt in beide Richtungen. Am 23. Juli 2026 veröffentlichte das US-Kriegsministerium seine aktualisierte Section-1286-Liste ausländischer Einrichtungen, die an problematischen Aktivitäten beteiligt sind: 130 akademische und Forschungseinrichtungen in China, Russland und Iran, darunter führende russische Universitäten wie die Staatliche Universität Moskau und die Higher School of Economics. US-Forschenden und -Institutionen wird geraten, vor jeder Zusammenarbeit, Finanzierung oder jedem Datenaustausch mit ihnen äußerste Vorsicht walten zu lassen.
Die praktische Folge ist eine wachsende Lücke in der westlichen Russland-Expertise. Die Institutionen, die früher Daten und wissenschaftliche Kontakte lieferten, sind nun tabu. Jemand außerhalb Russlands muss sammeln, prüfen und veröffentlichen, was über das Land geschrieben wird – soziologische Daten, Wirtschaftsanalysen, politisches Denken, Zeugenberichte.
Unsere Arbeit wurde vom National Endowment for Democracy, dem Auswärtigen Amt, FDLV, der Friedrich-Naumann-Stiftung und dem Dialogbüro Wien unterstützt. 2026 hat uns die International Publishers Association in die Liste der fünf weltweit herausragendsten Verteidiger der Meinungsfreiheit aufgenommen.



Solange es Menschen gibt, die diese Bücher unterstützen, kann die Zensur sie nicht auslöschen. Auch du kannst StraightForward unterstützen: